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Affenpocken-FĂ€lle in Europa steigen

In Deutschland wurden erstmals mehr als 3000 FĂ€lle von Affenpocken gemeldet - und der Impfstoff wird knapp. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete, handelt es sich bei den insgesamt 3025 FĂ€llen ĂŒberwiegend um MĂ€nner.

Betroffen seien aber auch acht Frauen, zwei mÀnnliche Jugendliche und ein vierjÀhriges MÀdchen. Zugleich gibt es in einigen LÀndern Europas und nach Angaben der Deutschen Aidshilfe (DAH) auch in Deutschland zu wenig Impfstoff.

«Wir hören von immer mehr Praxen und Ambulanzen, dass der Impfstoff bald ausgeht oder sie schon nichts mehr haben - und wenn das noch nicht so ist, dann wird es bald so sein», sagte DAH-Sprecher Holger Wicht. Der Impfstoff sei bislang viel zu knapp bemessen, das Interesse in der Community der bisexuellen und schwulen MĂ€nner aber sehr groß. Die Affenpocken werden durch engen Körperkontakt ĂŒbertragen, nach RKI-Angaben bisher besonders bei sexuellen AktivitĂ€ten zwischen MĂ€nnern.

Deutschland bisher nur 40.000 Impfstoffdosen erhalten

Bislang hat die Bundesregierung dem Gesundheitsministerium zufolge 240.000 Impfstoffdosen bestellt, von denen zunÀchst 40.000 ausgeliefert worden seien. Aus EU-BestÀnden kamen einige weitere dazu. 200.000 sollen bis Ende September folgen. Die Impfdosen werden nach bestimmten Kriterien auf die BundeslÀnder verteilt und dort vergeben.

«Generell hat Deutschland schon mehr Impfstoff als andere europĂ€ische LĂ€nder, was aufgrund der Infektionszahlen auch nötig ist, im Vergleich stehen wir recht gut da», so Wicht. «Aber gemessen an dem, was gebraucht wird, haben wir viel zu wenig - auch wenn die 200.000 Dosen dann kommen.» Vor etwa zwei Wochen hatte die Aidshilfe schon angemerkt, dass in Deutschland etwa eine Million Impfdosen benötigt wĂŒrden, um einer halben Million Menschen einen dauerhaften Impfschutz zu bieten.

Belgien vermeldete ebenfalls zum ersten Mal Affenpocken bei einer Frau, wie die Gesundheitsbehörde Sciensano am mitteilte. Dort wurden den jĂŒngsten Daten zufolge 546 Affenpocken-FĂ€lle bestĂ€tigt. In dem Land mit mehr als 11 Millionen Einwohnern fuhren Menschen zuletzt ĂŒber die Grenze nach Lille in Frankreich, um eine Impfung zu bekommen, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

WĂ€hrend in Belgien zuletzt nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur etwa 3000 Impfdosen zur VerfĂŒgung standen, hat Frankreich laut Gesundheitsminister François Braun genĂŒgend Impfstoff, um die Zielgruppe von 250.000 Menschen zu impfen. Weitere 30.000 Dosen wurden in Belgien bestellt und sollen ab Oktober geliefert werden. Um den bestmöglichen Schutz zu erhalten, muss man zweimal geimpft werden.

ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr den Impfstoff haben Grenzen

EU-weit stehen ĂŒber die neue EU-Behörde Hera fĂŒr gesundheitliche NotfĂ€lle insgesamt 163.620 Impfdosen zur VerfĂŒgung, die teilweise bereits an die Mitgliedstaaten verteilt wurden. Ein Sprecher der EU-Kommission wies bereits am Dienstag (9. August) darauf hin, dass die ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr den Impfstoff Grenzen hĂ€tten. Man fĂŒhre derzeit GesprĂ€che mit den betreffenden Unternehmen um zu klĂ€ren, wie die KapazitĂ€t erhöht werden könne. Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke sagte, das Thema mĂŒsse bei dem nĂ€chsten Treffen mit seinen EU-Kollegen besprochen werden.

Auch in Großbritannien wird der gegen Affenpocken eingesetzte Impfstoff knapp. Der Sender Sky News berichtete unter Berufung auf Insider-Quellen, das Land habe nur noch einige Tausend Dosen auf Vorrat. In einigen Regionen sei es bereits nicht mehr möglich, Impftermine zu buchen. Die «Financial Times» zitierte ein Regierungsschreiben, wonach neue Lieferungen nicht vor September erwartet werden.


Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten / Bild: Niaid/Niaid/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
(10.08.2022)


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