Ratgeber: Von Abnehmen bis Zink

Wir haben f√ľr Sie interessante Themen recherchiert. Alles was Sie vom "Abnehmen" bis zu Mineralien wie "Zink" interessieren k√∂nnte.

Allergien

Junge leidet unter Pollenallergie

Mediziner wissen, dass Allergien seit den 1970er Jahren mit weiter steigender Tendenz auf dem Vormarsch sind. Man geht davon aus, dass im Jahr 2020 jeder zweite Europ√§er unter einer Allergie leiden wird. Betroffen sind vor allem Kinder. J√ľngst testete das Robert-Koch-Institut √ľber 17.000 Kinder und stellte bei 40 Prozent der M√§dchen und Jungen eine sich entwickelnde Allergie fest: Im Blut dieser Kinder wurden Antik√∂rper gegen die Allergie ausl√∂senden Stoffe nachgewiesen.

Die Suche nach den Ursachen hat noch zu keinen eindeutigen Ergebnissen gef√ľhrt, doch Folgendes ist klar:

Letztendlich trägt der wachsende Wohlstand und die moderne Lebensweise, die den Menschen und seine Gesundheit mehr und mehr fordert, wesentlich dazu bei, dass Allergien auf dem Vormarsch sind. Somit kann man hier von einer regelrechten Zivilisationskrankheit sprechen.

Ein gutes Beispiel f√ľr die rasante Ausbreitung einer neuen Allergie in Folge von sowohl Klimaerw√§rmung als auch Welthandel liefert die Pollenallergie auf Pollen der so genannten Ambrosie bzw. Beifu√ü-Ambrosie: Ambrosia artemisiifolia ‚Äď so der botanische Name - wurde wahrscheinlich mit Singvogelfutter eingeschleppt. In Nordamerika zu Hause, gelten dort Ambrosiapollen als der h√§ufigste Ausl√∂ser von allergischem Asthma und Heuschnupfen. In der Schweiz und in Frankreich hat sich die Ambrosie bereits massiv ausgebreitet, die Schweiz hat ein Meldesystem eingef√ľhrt, um die Pflanze gezielt beseitigen zu k√∂nnen. Seit einigen Jahren ist auch in Bayern und Baden-W√ľrttemberg eine verst√§rkte Ausbreitung der Beifu√ü-Ambrosie zu beobachten, auch Brandenburg ist schon betroffen. Es steht zu bef√ľrchten, dass sie sich auch in Deutschland weiter ausbreiten wird.

Die Pollen dieser Pflanze haben ein besonders hohes Allergie ausl√∂sendes Potential. Die Pflanze kommt in unseren Breiten besonders dann und besonders lange zur Bl√ľte, wenn warme Witterungsperioden anhalten. Also dann, wenn die Vegetationsperiode bei einem warmem Fr√ľhling zeitig einsetzt oder/und bei einem langen Sp√§tsommer oder warmem Herbst lange Zeit anh√§lt. Und genau dies ist im Zusammenhang mit der Klimaerw√§rmung auch in Mitteleuropa der Fall. Schon in so manchem der letzten Winter hatten Pollenallergiker zu k√§mpfen: Anfang Dezember begann der Haselpollen zu fliegen und bescherte den Geplagten ungew√∂hnlich fr√ľh tr√§nende Augen und laufende Nasen. Viele Menschen glaubten, sie h√§tten einen Schnupfen.

Normalerweise l√§sst sich haupts√§chlich an der Zeit des Auftretens erkennen, ob die Beschwerden auf eine Allergie oder auf Viren oder andere Erreger zur√ľckgehen, denn die Symptome sind praktisch gleich (bei Heuschnupfen ist das Sekret jedoch immer klar). Doch da in Zukunft h√§ufiger mit ungew√∂hnlichen Pollenflugzeiten gerechnet werden muss, sollte bei jedem anhaltenden Schnupfen ein Arzt ‚Äď am besten ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt mit einer Zusatzausbildung in Allergologie - aufgesucht werden.

Getestet wird meist zuerst mit dem so genannten Pricktest an Unterarmen oder R√ľcken. Dabei wird die Haut mit kleinen Nadeln angeritzt und anschlie√üend mit Extrakten des verd√§chtigen Pollens betr√§ufelt. Besteht eine Allergie, bildet sich eine deutliche rote Schwellung. Zus√§tzlich kann das Blut auf spezielle Abwehrstoffe des Immunsystems, sogenannte IgE-Antik√∂rper, untersucht, eine Provokation der Nasenschleimhaut ("Allergietest in der Nase") oder auch ein spezieller Lungenfunktionstest durchgef√ľhrt werden. Erh√§rtet sich der Verdacht, kann der Betroffene entweder seine Symptome mithilfe von Medikamenten lindern, und aber der Allergie mit einer gezielten Immuntherapie oder Hyposensibilisierung grunds√§tzlich begegnen.

Das Prinzip der Hyposensibilisierung besteht darin, dem Immunsystem, welches √ľbertrieben auf den eigentlich harmlosen Pollen reagiert, beizubringen, die Bl√ľtenst√§ube zu tolerieren. Die √ľberschie√üende Reaktion wird letztlich wieder in Richtung einer normalen Immunantwort gebracht. Meist werden dem Allergiker dabei die Polleneiwei√üe, auf die er reagiert, nach und nach in immer gr√∂√üeren Mengen unter die Haut gespritzt. Die Therapien sind heute sehr individuell und k√∂nnen auf die Bed√ľrfnisse der Patienten und den Schweregrad der Erkrankung ma√ügeschneidert werden. Seit einigen Jahren gibt es die Alternative der sublingualen Immuntherapie, wo die Allergene nicht gespritzt, sondern als Tropfen oder neuerdings in Form einer Tablette unter die Zunge gelegt und nach kurzer Einwirkzeit geschluckt werden. Die Behandlung erfolgt zu Hause, wo der Betroffene t√§glich Tablette oder Tropfen einnehmen muss ‚Äď und das vier bis f√ľnf Jahre lang. Effizienz und Vertr√§glichkeit sind nach den bisherigen Daten gut. Das gilt auch f√ľr die Sublingualdesensibilisierung gegen Hausstaubmilbenallergene, vor allem, seitdem nicht mehr Ganzk√∂rperextrakte dazu verwendet werden. Heute ist man hier in der Lage, das spezifische allergieausl√∂sende Extrakt herauszul√∂sen und nur dieses zu verabreichen. Dadurch kann man besser und h√∂her dosieren.

Doch nicht jedem Allergiker verschaffen diese Methoden Linderung. Viele vertragen die Kur nicht einwandfrei. Die Augen tr√§nen und die Nase l√§uft nach jeder Dosis, nur einige werden den Heuschnupfen nach monatelanger Therapie wirklich los. Denn in den nat√ľrlichen Pollen-Extrakten kommen die eigentlichen Wirkstoffe, die Allergene, manchmal gar nicht vor oder sie sind nicht in der richtigen Menge enthalten, in Birken und Gr√§sern kann der Gehalt der Allergene um den Faktor 50 schwanken, wie eine Forschergruppe herausfand. Die Natur diktiert zudem die Mischung der Allergene. Die Rezeptur kann nicht immer individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Manchmal ist der Naturstoff-Cocktail sogar mit unerw√ľnschten Fremdstoffen verunreinigt. Das kann Nebenwirkungen und sogar neue allergische Reaktionen ausl√∂sen.

Mehrere Wissenschaftler arbeiten deshalb an einer neuen Generation von Medikamenten: Impfstoffe mit k√ľnstlichen Pollen. Mit diesen Designerpollen sollen Allergiepatienten wirkungsvoll desensibilisiert werden, ohne dass schwere Nebenwirkungen auftreten. Man kann diese Pollen-Nachbauten offensichtlich zus√§tzlich so ver√§ndern, dass das Immunsystem optimal gesundet, aber der Patient selbst nicht mehr allergisch auf den Wirkstoff reagiert. Eine Firma aus Hamburg hat als weltweit erstes Unternehmen die Designerpollen von Birke und Gr√§sern in zwei klinischen Studien getestet. Zwei Jahre lang bekamen Allergiker regelm√§√üig die k√ľnstlichen Pollen oder ein Placebo gespritzt. Die Ergebnisse waren √§u√üerst vielversprechend: Der Heuschnupfen hatte bei allen behandelten Patienten nachgelassen. Nach mehreren Monaten Behandlung tr√§nten und juckten die Augen seltener. So brauchten die Allergiker in der Birken-Studie insgesamt 60 Prozent weniger Antihistaminika gegen die Beschwerden als unbehandelte Patienten.

Geheilt wurde in den klinischen Studien mit den Prototypen der Designer-Pollen allerdings noch niemand. Dennoch gibt man sich beim auf Desensibilisierungs-Therapien spezialisierten Pharmaunternehmen zuversichtlich: Die Zukunft w√ľrde den k√ľnstlich hergestellten Pollen-Wirkstoffen geh√∂ren, sie h√§tten das Potenzial zu heilen. Das Ziel seien Impfstoffe, die Allergien heilten, gleichzeitig aber selbst keine Beschwerden hervorriefen, etwa brennende Augen oder eine triefende Nase. Bis die ersten Pr√§parate mit den neuen Impfstoffen auf den Markt k√§men, w√ľrden allerdings noch einige Jahre vergehen. Schlie√ülich sei die Entwicklung teuer und aufw√§ndig.

Einmal ausgebrochen, l√§sst sich eine Allergie heute nur durch eine aufw√§ndige Hyposensibilisierung in den Griff bekommen. Im Kampf gegen Allergien setzen Forscher deshalb auf Vorbeugung. Menschen, die noch keine Allergie entwickelt haben, k√∂nnten mit einem Impfstoff gesch√ľtzt werden. Wen Heuschnupfen, Ekzeme oder Asthma schon erwischt haben, f√ľr den kommt diese Behandlung zu sp√§t. Deutsche Mediziner an der Berliner Charit√© wollen deshalb in den n√§chsten zehn Jahren einen echten Impfstoff gegen Allergien entdecken. Ziel der Wissenschaft ist es, die fehlgesteuerten Abwehrkr√§fte per Ablenkung wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben zu trimmen.

Man m√ľsse es bis 2017 geschafft haben, eine Pr√§vention zu finden, sonst h√§tte man versagt, so lautete der Tenor aus Berlin. An der Charit√© verfolgen die Forscher eine Studie mit genetisch belasteten S√§uglingen, denen einen halbes Jahr lang bakterielle Zellw√§nde in Tropfenform verabreicht werden. Der Zusatz dient quasi als Sparring-Partner, als Zielscheibe f√ľr die K√∂rperabwehr des Babys. Die Hoffnung ist, dass bei den S√§uglingen die Fehlreaktion des K√∂rpers verz√∂gert und im besten Falle verhindert wird. Wenn alle 600 Babys allergiefrei bleiben, ist der Traum vom Allergie-Impfstoff vielleicht ein St√ľck weit wahr geworden.

In einer randomisierten Doppelblindstudie wurde nachgewiesen, dass der Pflanzenextrakt Ze 339 - Petasol butenoate complex - zugeschwollene Nasenschleimhäute schneller und wirksamer als klassische Antihistaminika bekämpft. Die Daten lassen neben der Wirksamkeit in akuten Fällen auch einen vorbeugenden Effekt vermuten, der weiter untersucht werden soll. Der Pflanzenextrakt ist als Fertigpräparat derzeit noch nicht in Deutschland zugelassen, aber in der Schweiz zugelassen und erhältlich.

Anthroposophische Arzneimittel versuchen, durch so genannte Grenzbildung zwischen Körper und seiner Umwelt der mangelnden bzw. fehlgesteuerten Fähigkeit des Körpers, mit Reizen aus der Umwelt umzugehen, entgegenzuwirken. Hier eignet sich besonders die Zitrone als Heilpflanze.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Heuschnupfen, Pollenallergie und Pollenflug !

Eine umfassende Beratung zum Thema "Allergien, Heuschnupfen und Asthma" gibt Ihnen gern Ihr Apotheken-Team.

Interessante Informationen bietet auch das Allergieportal unter www.stern.de/allergie.

TV-Tipps

F√ľr Sie gelesen

Thema des Monats

Pflanze des Monats

Ratgeber

Wetter


Wetterdaten werden geladen...

Mobilversion anzeigen